Risikofaktoren und -gruppen bei geschlechtsspezifischer Gewalt

Zu den Risikofaktoren
und -gruppen bei
geschlechtsspezifischer Gewalt
zählen ...

... LSBTIQ*.

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Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Inter* und queere Menschen.

... geflüchtete Menschen.

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allein reisende Frauen mit oder ohne Kinder,
schwangere oder stillende Frauen,
junge Mädchen und unbegleitete Kinder, früh verheiratete Kinder – manche mit Neugeborenen,
behinderte und ältere Menschen.

Zu den Risikogruppen
zählen außerdem Menschen mit ...

... wenig Vertrauen in die eigene Wahrnehmung.

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Diese Menschen sind zumeist in sehr autoritären Familienverhältnissen aufgewachsen oder sie waren ganz sich selbst überlassen. Sie haben nicht gelernt, auf sich und ihre Wahrnehmungen zu vertrauen. Sie sind gewohnt und darauf angewiesen, dass andere ihnen sagen, was richtig und falsch ist. Sie sind auf Aufmerksamkeit angewiesen und haben nicht gelernt oder verlernt, ihren eigenen Gefühlen zu trauen.

... Tendenzen zur Unterordnung.

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Diese Menschen haben gelernt, sich unterzuordnen und erleben sich nicht als gleichberechtigt. Sie haben sich noch nicht mit den Menschenrechten auseinandergesetzt. Ihnen fehlen das Wissen und die Erfahrung, dass jedem Menschen das Recht auf Würde und körperliche Unversehrtheit zusteht. Sie haben die Erfahrung gemacht, dass andere über sie bestimmen und sie keine oder nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten haben, sich zur Wehr zu setzen.

... wenig Wissen über den eigenen Körper.

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Diesen Menschen wurde kein Wissen über den eigenen Körper vermittelt. Sie sind nicht über Sexualität aufgeklärt worden. Ihnen fehlt auch das Wissen darüber, dass jeder Mensch eigene Gefühle hat und auch manche Berührungen, Gespräche oder ähnliches nicht mögen darf.

... einem besonderen Hilfebedarf.

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Diese Menschen sind eher auf Hilfestellungen und Pflege angewiesen. Deshalb kann ihr Selbstwertgefühl gering sein. Sie können durch die Abhängigkeit von Pflegenden und anderen Betreuenden in Situationen geraten, die Täter ausnutzen. Es kann auch sein, dass sie sich daran gewöhnen, dass andere Menschen sie wie selbstverständlich berühren, sodass sie nicht lernen, unangenehme Berührungen abzuweisen.

... Konfrontationsvermeidung bei Abhängigkeit.

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Diese Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Aus diesem Grund befürchten sie, die Helfenden zu vergraulen, wenn sie ihre Bedürfnisse äußern. Die Abhängigkeit führt dazu, dass die Angst vor dem „Im Stich gelassen werden“ oft sehr groß ist.